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Klipper Firmware: Was ist das, lohnt es sich, und wie fängst du an?

Klipper ist 2026 die meistdiskutierte Firmware in der 3D-Druck-Community. Wir erklären dir, was dahintersteckt, ob es sich für dich lohnt und wie du in wenigen Stunden startest.

Was ist Klipper überhaupt?

Stell dir vor, dein 3D-Drucker hat eigentlich zwei Gehirne. Eines ist die kleine Platine im Drucker selbst, zuständig für einfache Befehle. Das zweite ist ein Raspberry Pi, der alle schweren Berechnungen übernimmt: Bewegungsplanung, G-Code-Verarbeitung und Input-Shaping. Der Pi kommuniziert dabei mit 25-Mikrosekunden-Präzision mit der Druckerplatine.

Klipper vs. Marlin: Was passt zu dir?

Marlin läuft direkt auf der Druckerplatine, braucht keinen extra Computer und ist für Einsteiger absolut ausreichend. Klipper bietet darüber hinaus drei entscheidende Vorteile: erstens höhere Geschwindigkeiten (150-300+ mm/s bei retrofittierten Druckern, 500+ mm/s bei dedizierten Hochleistungsdruckern wie dem Creality K1 Max), zweitens halbautomatisches Input Shaping mit einem günstigen ADXL345-Sensor, und drittens Konfiguration per Textdatei im Browser ohne Neu-Kompilieren.

Allerdings hat Klipper auch Nachteile: Du brauchst einen Raspberry Pi (ca. 35-60 Euro), die Ersteinrichtung dauert 2-4 Stunden, und wenn der Pi abstürzt, stoppt auch der Drucker.

Welche Drucker unterstützen Klipper?

Bereits mit Klipper vorinstalliert: Creality K1, K1 Max, K1C, K2 Plus, Flashforge Adventurer 5M Pro, Twotrees SK1, Anycubic Kobra 3. Für den Retrofit gut geeignet: Ender 3 (alle Versionen) mit SKR-Platinen, Voron 0/2.4/Trident, Artillery Genius Pro und Sovol SV06/SV07. Vor dem Wechsel immer prüfen, ob ein fertiges printer.cfg für dein Modell auf github.com/Klipper3d/klipper/tree/master/config verfügbar ist.

Installation in 5 Schritten mit MainsailOS

Schritt 1: Lade den Raspberry Pi Imager herunter. Wähle MainsailOS unter "Other specific-purpose OS" > "3D printing". Trage deine WLAN-Daten ein und flash die microSD-Karte.

Schritt 2: Stecke die SD-Karte in den Raspberry Pi, starte ihn und öffne nach 2-3 Minuten mainsailos.local im Browser.

Schritt 3: Öffne ein Terminal in Mainsail, führe "cd ~/klipper && make menuconfig" aus. Wähle deinen MCU-Typ (z.B. STM32F103 für viele Creality-Platinen). Dann "make" ausführen.

Schritt 4: Lade das fertige printer.cfg für deinen Drucker von github.com/Klipper3d/klipper/tree/master/config herunter und lade es in Mainsail hoch.

Schritt 5: Verbinde Pi und Drucker per USB. Stelle den Z-Offset ein, führe das Bed Leveling durch und starte deinen ersten Testdruck. Wichtig: Beim ersten Start immer dabei bleiben und bereit sein, den Notstopp zu drücken!

Input Shaping: Der Turbo-Boost für deine Druckqualität

Input Shaping eliminiert Ringing-Artefakte bei hohen Geschwindigkeiten. Der ADXL345-Sensor kostet ca. 3-5 Euro und wird am Druckkopf befestigt. Klipper misst die Resonanzfrequenzen deines Rahmens und schlägt optimale Shaper-Werte vor, die du in die printer.cfg einträgst. Das Ergebnis: deutlich bessere Druckqualität, besonders bei Geschwindigkeiten über 100 mm/s.

Fazit

Klipper ist 2026 kein Nischen-Tool mehr. Mit MainsailOS, einem Raspberry Pi und 2-4 Stunden Zeit kannst du dein Setup deutlich verbessern. Starte mit niedrigen Beschleunigungswerten, schaue dir YouTube-Tutorials für deinen spezifischen Drucker an und du wirst mit schnelleren Drucken und besserer Druckqualität belohnt.

Hast du Erfahrungen mit Klipper? Schreib es in die Kommentare!